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Gedichte

Fern von Dir

Ich reise zu dem Wellenland,
dort, wo das Wogen uns verband.
Kein Mond hilft mir den Pfad zu finden
und auch am Fluss die alten Linden,
kein Blätterrausch, Geäst zu starr,
fern, ach so fern
und nichts ist mehr wie es war.
Näher Dir kann ich nicht sein, nah bei Dir.
Ferner Dir kann ich nicht sein, fern von Dir.
Näher Dir kein [...]

Perlenfänger

Schon höhlt der Wasser stetig Tropfen,
vom fernen Punkt das Echo flieht.
Zu tausend Teilen Perlen tropfen,
auf meiner Stirn, durch tiefe Furchen zieht.
Wer fängt die Zeit mit einem Lachen
und trägt den Wind im Einerlei?
Wer kann im Dunkel Feuer machen
und keine Hand verbrennt dabei?
Kerzenlicht bricht keine Fenster,
doch mein Atem schlägt sie matt.
Gesagte, ungesagte Wortgespenster,
ein endlos schwelender Nimmersatt.
Wer [...]

Der alte Weg

Der alte Weg ist alt geworden,
befunden gerade noch, verdiente Ruh,
den neuen Weg zu gehen.
Das Haltetau zernarbt im Fluss,
dem Auf und Ab der Tage,
nicht ohne Risiko gekappt,
zerreißt mit jedem Pulsschlag.
Die Uhren aufgezogen,
kurz vor dem letzten Lauf,
auf Zehenspitzen,
links und rechts vom alten Weg,
für dich ein neuer Tag.
Narben verblassen,
Narben entstehen.
Keine Tragik,
unbeirrt auf neuen Wegen.
Der alte Weg
vom Staub [...]

Horizonte

Sie liegen nah, in Haut und Haar verschlungen.
Schon Ewigkeit, die Zeiten jagen.
Am Horizont die Sichel sich vom Himmel seilt,
so still, ihr Tränen werdet vom Wind getragen.
Gefangen all die Worte im silbernen Fluss.
Er beugt sich sie zu küssen.
Und lautlos sich die Körper fügen,
der Augenblick das Atmen wird nicht missen.
Doch ach, sie lässt sich keine Ruh,
zählt [...]

Tränenauge

TRÄNENAUGE
Die Sehnsucht taucht im Tränenauge,
ich sammle sie zu einem Fluss.
Es spült mich fort das einsame Segel.
Der alte Wunsch getreu mich tragen muss.
Ist es nicht gleich, ob je geboren?
Die Antwort schuldig, treibt das Boot.
Sein Ruder irgendwo verloren,
ein alter Freund, der Wind, mein Lot.
Das alte Boot am Horizont,
ein Schatten schleppt sich müde hinterher.
Die Wellen betten [...]

Am Morgen

Der Tag hat nun die Stadt erreicht,
zagend weicht die nächtliche Hülle.
Der Vogellärm beginnt so gleich,
verjagt die kalte Stille.
Wo es ebend noch so leblos schien,
beginnt sich´s nun zu regen.
Die Pappeln schwanken sanft im Wind,
kein Blatt stellt sich dagegen.
Ein warmer Schauer treibt den Spatz,
zum morgendlichen Bade.
Durch´s Fenster drängt der Lärm der Stadt,
wird deutlich Herr der Lage.

Von Zeit zu Zeit

Wen plagt schon nicht von Zeit zu Zeit,
vermisst die schönen Seiten.
Allein, ist keine Lebenspflicht,
gut Ding, lässt sich nicht leiten.
So trifft es sich, den Halt erfassen,
kein Trick scheint hier genüge.
Ein schimmer Mut dem wagen Blick,
einander nie zu lassen.
Am selben Band ist aufgereiht,
ach, all die gleichen Leiden.
Das alte Lied im neuen Kleid,
ein Seufzer [...]

Tannentrost

Nimmersatt, der Nebel,
hüllt wohlbekannte Orte,
ein kalter Hauch aus edlem Tuch,
gespenstisch in ein Niemandsland.
Gereiht wie Zinnsoldaten,
das Grün noch gut versteckt.
So still und friedlich wartend,
mit Silberreif bedeckt.
Erst fern, dann nah Getümmel droht.
Wer stört die Heimlichkeiten?
Der Fäller gar mit scharfer Axt,
um Baum für Baum ein Ende zu bereiten?
Knecht Ruprecht stapft vorüber.
Es knackt und knirscht dem schweren [...]

Hoffnungsschimmer

Noch strebt ein kalter Schauer,
berührt ein jedes Ding.
So kahl, doch das Grün schon lauert,
zum Aufbruch jetzt bereit, der nächste Jahresring.
Da tobt ein Schneegestöber.
Grad trug mich noch die Euphorie.
Das Grün versteckt sich vorerst wieder,
gefordert nun mein alter Freund, die Phantasie.
Der kleinste Spalt im Wolkenband,
sieh hoch, das Blau muss jeden Geist bewegen!
Schon reicht ein warmer Strahl [...]

Kein Trost

Der Tag entflieht
schon siegt die Nacht.
Der Augenblick,
mein Herz
es flieht,
zu Dir.
Kennt längst den Weg.
Das Ziel,
ganz nah,
der Atem führt,
bist Du.
Die Brust erbebt,
so schwerer Last.
Warm und wohl
behütet,
von Dir.
Psst, nicht aufgewacht!
Ein Lächeln,
Seufzer,
Wimpernschlag.
Doch viel zu kurz die Nacht,
bei Dir.
Die Nacht besiegt,
ein neuer Tag.
Ungewollt und doch zurück
mein Herz am rechten Ort,
kein Trost.

Ferne

Ferne
Der alte Mann, doch eigentlich jung.
Gebrochen scheint´s, gekrümmt.
Gedanken verwirrend, endlose Pfade.
Was ist der Weg?
Was ist das Ziel?
Nun hält er inne, zögerlich.
Schaut mal nach links, zurück,
und nimmt den Weg leicht rechter Hand,
nicht weit der Mitte oder Links.
Der Gang bedächtig,
keine Hast verbreitend
und zieht den Staub in kleinen Wolken
an einer Perlenschnur einher.
Noch fern, sehr fern.
Ach; [...]

Dezember

Dezember
Ein letztes Blatt hoch im Geäst,
kein Sturm es stört sich dort zu halten.
Ich gönn ihm jeden Augenblick,
an diesem schönen Ort zu walten.
Nicht Blattgewirr, nur es allein,
in schönster Pracht sich zu entfalten.
Von wirrem Pinsel bunt gefleckt,
den tristen Ort als Farbklex zu gestalten.
Das Jahr geneigt, von Tag zu Tag.
Den Rest vergangener Sommerzeiten,
der kalte Bote Nordwind fegt,
ein [...]

unterwegs zu mir

nicht fortgehen
nicht lesen
nicht essen
nichts tun
warten
auf das
was dann
auftaucht
und das
aushalten
lernen
(aus dem Buch: Sprünge)

flugbild

es ist
als hätt ich
begonnen
zu fliegen:
dieses gefühl der
kraft und
entfaltung
und
die angst vor der
tiefe
in die ich
fallen könnte
als ob ich fürchte
unterwegs
das fliegen
zu verlernen.
(aus dem Buch: Annäherungen)

Natur

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