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Mein Blog

01.09.11: endlich ein schachprogramm gefunden, das schlechter spielt als ich; 8 spiele, 7 gewonnen, 1 remis; gleich lesezeichen gesetzt, bald wieder; mail an mia; warte gespannt auf antwort
10.09.11: kein post im blog seit 9 tagen; noch keine mail von mia, würde gleich nach eingang antworten, kam aber bisher nichts; schachprogramm wird langweilig
19.09.11: abstimmung [...]

Bodenlos schalldicht und doch transparent
Beobacht‘ ich hinter sechs Panzerglaswänden
Ausdruckslos schweigend und indifferent
Den tobenden Krieg seine Freiheit schänden.
Von Kämpfen verfärbt, verdreckt, verstaubt,
zeigen nur Lücken noch Szenen der Schlachten
und einzig die Hoffnung steht aufrecht und glaubt
ganz still einem Ende entgegen zu trachten.
Zunehmend finster wird es jetzt hier drin.
Bald dringt nichts mehr durch von all dem Getose.
Vollkommen [...]

Rosenfall

Ich drücke die rau trübe Glastüre auf
hole tief Luft und steige hinein.
Dann starr ich nach oben zum Duschkopf hinauf
Spüre die Tageslast, fühl mich unrein.
Die Schultern vor Schmerzen zusammengekrampft
regnet es brennend doch seltsam vertraut,
wie Wasser auf Feuer zischend verdampft
Rosen auf meine geschundene Haut.
Sie prasseln mit Dornen und Stielen hinab.
Wie tausende Nägel die Müdigkeit bannen
Und wetzen [...]

Welt verstehen?

Soll ich mein Leben leben oder soll ich mich daran versuchen
herauszufinden was das Leben auf sich bringt.
erforschen warum was wie ist?
Oder ist es das was ich falsch mache?
Alles zu hinterfragen.
Ist es eigentlich doch unwichtig zu wissen: Wieso?
Vielleicht sind es auch nur die Menschen, die sich diese Frage stelle, die unglücklich sind.
Sie können sich nicht [...]

Mordlust

1.
Sie hatte es verdient.
So wie sie ihn verspottet hatte.
Hochnäsig. Gehässig.
Lara lachte nur, als er wütend wurde.
Es amüsierte sie, als er die Hände nach ihrem Hals ausstreckte.
Ihr Lachen wurde noch lauter, noch schriller.
Adi erwachte schweißgebadet und völlig erschöpft.
Er tastete nach seinem Wecker und schaltete den Alarm aus.
Seine schrillen Weckschreie verstummten.
2.
Am Anfang hatte Adi viel Zärtlichkeit [...]

Chaos

A.
Angesichts des nicht wahrgenommenen
Chaos
ja des Chaos in den Köpfen
muss die als ganz selbstverständlich
betrachtete Ruhe,
die sich überall in der Gesellschaft
Tag für Tag zeigt,
mit Zweifeln überschüttet werden!
Nicht akzeptabel ist diese Ruhe,
denn diese Ruhe festigt die
Passivität, die Perspektiv- und Erwartungslosigkeit
derer, die eigentlich positiv handelnd eingreifen
müssen …
B.
Auch und gerade
aufgrund innerer Zersetzung
bleiben die politischen Mächte
in ihren Apparaten ziemlich passiv [...]

Der Einbrecher war wahrscheinlich – wie wir später annehmen konnten – ein sehr erfahrener Agent, der seinen Auftrag nahezu geräuschlos ausführte. Und der sich mit größter Geschicklichkeit bei Anwendung von Gewalt zügig Einlass ins Haus verschaffte. Unser ganzes Haus war, wie jede Nacht, in ein schummriges Halbdunkel getaucht. Eine Alarmanlage hatten wir ja nicht.
Schon [...]

Danke

Gut soll es allen gehen:
Danke!
Auch ein Danke an
Die uns umgebende Welt
Die vielen Lebewesen
Und das Werden in vollem Lauf
Gegen die Nichtigkeiten
Für die wir uns nicht bedanken
Auch nicht für die Zeit
Mit dem Tod
Als letztem Ort.
Wahrhaft gut soll es
Uns gehen,
wir lachen über die Nichtigkeiten
und Kalamitäten im Leben
ein Werden ein Sterben
Kay Ganahl
Copyright by Kay Ganahl.
All rights reserved.

Als Geheimer

DIE WELT UND ER Er empfand die Welt, die ihn umgab, nicht mehr. Sein Weg war kurz gewesen.
Die persönliche Genugtuung darüber, nur ein Mensch zu sein, war jetzt viel zu wenig. Inzwischen fühlte er sich ausgesetzt und verlassen – die Einsamkeit setzte ihm sehr zu!
Es war einfach so … er schritt schnurstracks gegen den [...]

Wir kennen ihren Vornamen. Sie hieß Ellie. Nur ganz weniges wissen wir über das Leben, das sie vor dem nachfolgend berichteten Schicksal geführt hatte. Sie war eine der jungen Frauen, die eine berufliche Laufbahn vor sich hatten, mit der sie vielleicht geglänzt hätte. Angesichts ihrer charakterlichen Qualitäten und zahlreichen Fähigkeiten hätte sie, was wir [...]

Herbert

A/ Herbert. Auch wir kennen ihn seit ein paar Tagen. Was er denkt, trompetet er in die Welt hinaus.
Darin ist er ein wahrer Könner.
Er liebt die Öffentlichkeit.
Er könnte all die guten Chancen, die das negative, destruktive Umsonst am Ende der Zeiten der Menschheit auf seinen Sinngehalt hin befragen, verhindern – sie in jeder Einzelheit [...]

Arbeit. Büro. Eile. Vertrauenswürdig war er schon, was für ihn sprach. Dies sprach immer für ihn (für jedermann wohl), trug bisher auch zu seiner Beliebtheit im Kollegenkreis bei. Er wollte das nicht so recht wahrhaben, denn er hielt viel mehr auf seine Leistungsfähigkeit. Gegen das Vertrauen, das man ihm täglich entgegen brachte, wusste er [...]

scharfer Blick …
aber in die Endlosigkeit
- der Vieldeutigkeit
also von Existenz, Wesen, Sein und Schein -
Gesellschaft, Ordnung und Geschichte
in alle Substanz, die in uns
und außerhalb von uns
scharfer Blick …
aber in die Endlichkeit
- der Eindeutigkeit
also von Einzelnem und Auslese
Eigentum, Gemeineigentum und Erkenntnis
mitunter
verwirrt
wegen der vielen Interpretationsmöglichkeiten
in diesem Fall
mit Frohsinn ins Gelingen-Wollen abdriftend
wegen des Glücks, das angezielt
Ende
Kay Ganahl
Copyright [...]

Ohne Zeit

Gestern habe ich die Zeit totgeschlagen
und sie unter großem Jubel begraben.
Nun schwebt sie umher in der Ewigkeit,
von ihrem krankhaften Zwang befreit.
So mancher ist jetzt auch für uns dahin.
Ich glaub’, man nennt das klassisch: Win-Win.
Auch scheint heute jeder mehr für sich,
ich sehe das und schäme mich:
Was hab’ ich getan? War’s nicht klar,
dass sowas in der [...]

Tommy Geil, Lehrer von Beruf, – war er vielleicht ausgebrannt? – war bei seinen Schülern eher unbeliebt, weil er seine Autorität allzu oft spielen ließ. Er saß schon seit einiger Zeit auf dem Steinquader vor dem Museum in Lingenon. Es war heiß. Er döste. Jetzt kam es ihm so vor, als würde ihm die [...]