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licht verbrannte im nachmittag zu goldfäden. sie durchwirkten wasserflecken, die als schwimmende teppiche ankamen und wegtrieben. häuser wuchsen wie fremd in die hänge der überragenden berge. an den steinrändern ruhten unentwegt wolken. in ihren gefässen trugen sie den regen kommender tage, er reifte in der stille wechselnder lichtfarben. verlegen erröteten felsflecken zwischen dem grün hochwachsender wälder.

am ufer schwebten wasservögel durch die windstille luft, ihre flügel falteten die wärme des abends mühelos auseinander. sie schienen frei und ihre freiheit schien grenzenlos. einzig es blieb ihre freiheit und sie war nicht austauschbar mit den wünschen der menschen, zu abstrakt war der vergleich. die menschen hatten ein eigenes weites meer in sich, das ihnen alle möglichkeiten offen liess – alle möglichkeiten zu leben.

aus wolkenschössen trieben im ankommenden abend lichtschienen. sie spiegelten sich in den saxophonen der musiker, die ihre klänge auf hörseiten schrieben, wild, zügellos, ungehemmt und dann wieder leise, zärtlich, fast schüchtern. schritte veränderten die bewegung zum klang der musik, leise formten sich lippen im takt. in der ferne verbrannte die stille im blau, in den häfen hatten sie die segelschiffe abgeerntet. der blick in die weite war erbarmungslos frei.

© Hermann Josef Schmitz

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