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Schloss Landshut

am ende des tages durchbrach die sonne schichten aus grauen wolken und entwarf sich in langen streifen auf sattem gras. blüten scheuten das späte erwachen, bäume hingegen verbeugten sich vor der stunde. im aufgeschichteten grün der baumschösse schauderten regentropfen vergangener zeit. schattengitter vergingen, wenn wir uns bewegten und kamen und vergingen. brücken mit geschwungenen flügeln lagen als transparent auf dem wasser, dunkel und zärtlich der spiegel ihrer bewegungen. unsere schrittlängen glichen sich an, wir brauchten keine hände, um den weg gemeinsam zu kennen. manchmal fielen worte und augen entzündeten sich vor glück. im rosennest lagen blüten, pergamentdünn und verblühend in ihrer ganzen schönheit. die feuchte luft ungebundener stunde trug ihren reifen duft in das verlangen einer entführten nacht.

© Hermann Josef Schmitz

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