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Hier mal ein Beitrag aus der Kategorie „Politik und Gesellschaft“

Vom Kreislauf des Krieges

Ein Wort gibt ein Wort,
weht jed‘ Vernunft fort.
Der Anlaß ist nichtig,
Banales wird wichtig.
Was eben noch Freundschaft,
mutiert jetzt zur Feindschaft.
Wo man zusammen g’rad saß,
regiert plötzlich Haß.

Und Wort bleibt nicht Wort,
die Tat weht es fort.
In umkämpften Gassen
und vereinsamten Strassen
überdeckt das Morden
alltägliche Sorgen
und die Flüsse von Blut
steigern täglich die Wut.

Und Wort sucht nicht Wort,
sinnleer bleibt es dort,
wo Witwen wehklagen,
wo Diplomaten tagen,
wo es sterben so viele
für nur Einzelner Ziele.
Bis man zu verstehen beginnt,
daß doch keiner gewinnt.

Und Wort sucht nun Wort,
weht all‘ Bomben fort,
zurück bleiben Trauer
und in den Herzen die Mauer,
die mit Toten errichtet
und von Schmerzen verdichtet.
Wer gestern der Feind,
wird nicht schnell eben Freund.

Ein Wort gibt ein Wort,
weht Erinn’rungen fort.
Irgendwo, irgendwann,
fängt’s von Neuem schon an.

RaThe 1995

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