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alterskunde

nur einige wenige stellen, die so sind
wie vor dreissig jahren. nicht das gesicht.
der übergang vom schlüsselbein zur schulter,
vom schenkel in das knie. sonst nichts.

zwischen mir ist ein flattern. als habe
ein schmetterling das loch verlassen und
ein anderer es betreten. als sie sagte:
»liebst du mich?« nahm ich mein hemd

und log. wenn ich jetzt fortgehe,
war ich nie fort gewesen. ich glaubte,
es wäre liebe. wie könnte ich mir
eine liebe vorstellen, unbeschienen,

von nirgends nach nirgends fliessend,
und tief in der erde begraben, wie
ein unterirdischer strom? das gesicht.
die scham. weggesteckt in eine bucht

aus verschwiegenen schatten, die von
den umliegenden hügeln gebildet wird.
ein langes wulstiges lächeln, in dem der nabel
versteckt sein muss. die stellen. der druck.

joachim sartorius

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