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Komm, nimm ein Messer
öffne meine Brust
befreie meine Seele
mit schnellem Schnitt

weite die Wunde
mit schmalen Händen
wisch weg das Blut
es verwehrt dir die Sicht

auf’s Schneckenhaus  
bergendes Seelenversteck 
es sitzt nicht sehr tief
du wirst es gleich sehn

hol es heraus
und öffne es sorgsam
du sollst meine Seele
nicht noch mehr verletzen

sie wird gleich entfliehen
aus ihrem Kalkhaus
und Bleibe neu suchen
du wirst sie nicht sehen

du siehst nur meine
noch offene Wunde
die brauchst du nicht nähen
mit Nadel und Faden

streich nur darüber
mit sanften Fingern
sie schließt sich dann selbst –
vielleicht

vielleicht nistet sich
die vertriebene Seele
für immer und ewig
ein bei dir

gewähr ihr Asyl
und hast du auch eine
wirst täglich du fühlen
wie zwei Seelen streiten

sich ach in deiner Brust
oh welche Lust
wird das sein für mich
Betrachter ohne Seele

denn Seelenlose leiden nicht. 

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