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am frühen abend kommt er zurück ins kleine zimmer
in dem er jetzt wohnt und selbstverständlich
erkennt er es, auch ohne genau hinzusehen
auch ohne besonders darauf zu achten erkennt er es
auf den ersten blick – es ist sein zimmer

jede menge kisten und taschen
– statt kleiderschrank und büchergestell – und
kein bett, nur eine matratze am boden und beim fenster
der runde tisch an dem er bisweilen schreibt und dort
die lampe und der kalender an der wand
fürs kommende jahr: bilder von leuchttürmen

ja, er hat sich allmählich eingerichtet, eingewöhnt.
und legt jetzt seinen mantel ab, einfach so, nur einfach so.
wie einer halt, der am frühen abend nach hause kommt.
belanglos; er legt seinen mantel ab und denkt nicht einen augenblick

etwa an die kleine puppenfamilie in der innentasche des mantels
und dass diese püppchen den ganzen tag nichts anderes tun
als zu lauschen: seinen stillen sorgen, seinem pochenden herzen

einfach nur so – als wäre nichts, legt er seinen mantel hin und
schaut dann aus dem fenster nach draussen in die dämmerung.

ganz frei von erinnerung, von heimweh. bis es ihm wieder einfällt.

mr. jones

One Response to “zimmer in dem er jetzt wohnt”

  1. Hans-Curt Flemming sagt:

    Das ist eine Sprache, die ein Bild erschafft. Am schönsten finde ich die Puppenfamilie. Dieses Gedicht erzeugt eine Stimmung anstatt sie nur zu beschreiben. Gratulation.
    Hans-Curt Flemming

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