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das ist mein fenster. eben
bin ich so sanft erwacht.
ich dachte, ich würde schweben.
bis wohin reicht mein leben,
und wo beginnt die nacht?

ich könnte meinen, alles
wäre noch ich ringsum;
durchsichtig wie eines kristalles
tiefe, verdunkelt, stumm.

ich könnte auch noch die sterne
fassen in mir; so groß
scheint mir mein herz; so gerne
ließ es ihn wieder los.

den ich vielleicht zu lieben,
vielleicht zu halten begann.
fremd, wie nie beschrieben
sieht mich mein schicksal an.

was bin ich unter diese
unendlichkeit gelegt,
duftend wie eine wiese,
hin und her bewegt,

rufend zugleich und bange,
daß einer den ruf vernimmt,
und zum untergange
in einem andern bestimmt.

rainer maria rilke

One Response to “bis wohin reicht mein leben”

  1. hallo webmaster

    gerne gelesen dieses werk
    ich bin sehr berührt davon

    übrigens ich finde deine seite hier richtig schön, komme immer wieder gerne hier her

    Grüßle Sterntalerchen

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