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Inspirationen

zu Himmelfahrt und Pfingsten,
anhand einer kleinen Betrachtung;
des Löwenzahns.

Die Blätter und Wurzeln des Löwenzahns als Symbol für das
wieder Lebenskraftspendende der Pflanze,
die ihre lange Winterruhe im Schoß der Mutter Erde
im Frühling beendet hat, und nun dem Lichthaften,
und der Erneuerung dieser Jahreszeit zustrebt.
Dem sich Hinschenken, in der strahlenden Üppigkeit
der tausend kleinen goldgelben Blättchen,
die zu einer einzigen prall gefüllten Blüte versammelt sind

So wie Christus sein junges Leben zu „ voller Blüte erstrahlt“
für uns zur Osterzeit hingeschenkt hat.
Dem Passafest seiner Zeit .

Die Blüte des Löwenzahns erblüht nur für zwei bis drei Tage,
und schließt sich dann vollständich zum Abend des dritten Tages hin.
In dieser Zeit der Umwandlung wirkt die „Blüte“ wie vertrocknet und leblos.
Sie bleibt äußerlich für das Auge erkennbar,
aber das Wesentliche wirkt unsichtbar, im Inneren,
bis zur vollständigen Verwandlung der „leblosen Blüte“
hin zum Fruchtstand der Pusteblume.
Diese drei Tage der „Wandlung“ erinnern mich symbolisch
an die Osterfeierlichkeiten und damit verbunden
die Auferstehung Christus am dritten Tage:
Die Jüngerinnen und Jünger erkannten ihn zuerst gar nicht.
Als ihm die Frauen auf dem Weg hinter dem leeren Grab begegnen,
und er sie anspricht, auch zweifeln einige Jünger als er später zu ihnen kommt!
Er scheint verändert (ähnlich der geschlossenen, sich verwandelnden Blüte).
Dann aber erleben sie alle mit ihm die Zeit bis Himmelfahrt;
er ist für sie alle greifbar und sie erinnern
durch und mit ihm all die Dinge wieder
von den gemeinsam verbrachten Jahren bis zur Kreuzigung.
Aber das Wesentliche geschieht erst in der Stille,
Ruhe und Abgeschiedenheit nach „Christi Himmelfahrt“,
als die „Blüte“ sich endgültig zu verabschieden scheint.

Hier beginnt die Vorbereitung auf das so unglaubliche Geschenk
des Pfingstgeschehens.
Und dies findet in der Stille, in jeder Menschenseele für sich statt.
Es reift ein Same heran!
Und jeder Mensch hat für die Reife nach „Christi Himmelfahrt“
seine eigene Zeit, um das Geschenk der Ausgießung
des heiligen Geistes zu begreifen und für sich zu ergreifen, wenn er es will!
So, wie sich in der Pusteblume ein so Feinstoffliches erleben läßt.
Wo jedes Samenkörnchen die richtige Reifezeit braucht um vom Wind
als schöpferischem Atem erfaßt werden zu können.
In die Höhe gehoben und vom Winde getragen damit es hoffentlich
auf fruchtbaren Boden fällt,um den Kreislauf des Wachsens und Werdens
erneut zu beginnen.
So könnte es auch bei uns sein, wenn etwas in uns heranreift!
Vielleicht ist es das, was Christus in seiner endlosen Liebe
sich von uns wünschen würde.

Aus einem Vortragszyklus zu Pfingsten 1999

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