Feed on
Posts
Comments

Buntwäsche

Wenn mir mal wieder alles zu viel wird
und meine Gedanken sich nur noch im Zickzack bewegen,
bist Du da und sortierst sie, wie Buntwäsche.
So in Häufchen gelegt habe ich dann wieder die Übersicht
und zieh auch gleich noch die Betten ab!

Und wenn ich vor Übermut alle Wände im Haus lila streichen will,
bist Du da und besorgst Du mir die Farbe
und malst ein wieherndes Zebra auf die erste fertige Wand.
In der Badewanne schwimmt ein Tintenfisch,
den wir Herr Schulz-Korsinsky nennen,
zu dem eingebauten Möwengeschrei, vom letzten Mal!

Und wenn ich so lustlos bin
und wieder mal meine Haare abschneiden lassen möchte,
bist Du da und rasierst Dir eine Glatze,
auf die ich Dir jeden Morgen eine andere Frisur malen soll.
Dann lädst Du unsere Freunde ein
und erzählst ihnen, dass ich schon mehrere Menschenleben gerettet hätte,
in allen Einzelheiten.

Und wenn ich Ruhe brauche und niemanden sehen will,
dann bist Du nicht da und schickst mir Ansichtskarten
aus Bangladesch und Liverpool.
Aus jeder Stadt bringst Du mir abgeschnittene Telefonhörer mit,
die wir danach ins Fenster hängen
und wir lieben uns drei Tage lang
bis ich Dir eine Gemüsesuppe koche und Deine Wäsche wasche.

Wäre doch schön, oder?

One Response to “Buntwäsche”

  1. Udo Kaube sagt:

    Ein Stück in Worte destillliertes Leben.
    Genau so stelle ich mir Lyrik vor !

Leave a Reply