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Top-Stars vertonen Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger.

Vor über 60 Jahren schrieb das damals 15-jährige jüdische Mädchen Selma Meerbaum-Eisinger Gedichte über ihre erste Liebe, die mehr Traum als Wirklichkeit war. Gedichte von sehnsüchtig-melodischer Musikalität und großer poetischer Kraft. Selma Meerbaum-Eisinger hinterließ mit ihrem Gedichtband „Blütenlese“ ein Stück Weltliteratur, als sie 1942 mit nur 18 Jahren in einem Konzentrationslager starb. Geschrieben in einer dunklen Epoche, klingen ihre Gedichte heute noch immer frisch und lebendig. Die Gefühle eines jungen Mädchens, festgehalten 1941, werden Jahrzehnte später in gleichem Maße gelebt. Selma Meerbaum-Eisinger – eine Cousine des Dichters Paul Celan – nahm die fragilen Kunstwerke mit in ihren frühen Tod, doch 57 ihrer zeitlosen Gedichte sind auf abenteuerliche Weise gerettet worden.

Der schweizer Musiker David Klein hat Selmas Gedichte vertont und zwölf der renommiertesten deutschen Sängerinnen und Sänger aus allen Generationen haben Selma ihre Stimme gegeben, um sie mehr als sechzig Jahre nach ihrem Tod wieder lebendig werden zu lassen. Sie interpretieren die subtilen Wortgefüge so behutsam und respektvoll, als wollten sie dem Glanz dieser jugendlichen Poesie nicht die Leuchtkraft nehmen. Zusammen mit dem David Klein Quintet, vielen Gastmusikern und Symphonieorchester haben sie unvergessliche Lieder geschaffen, die tief ins Herz gehen.

Mit: Sarah Connor (erstmals auf Deutsch), Xavier Naidoo, Yvonne Catterfeld, Reinhard Mey, Hartmut Engler (Pur), Thomas D (Die Fantastischen Vier), Joy Denalane, Jasmin Tabatabai, Volkan Baydar (Orange Blue), Inga Humpe (2raumwohnung), Stefanie Kloß (Silbermond) und Ute Lemper.

Selma Meerbaum-Eisinger gehört zusammen mit Rose Ausländer und Paul Celan zum literarischen Dreigestirn von Czernowitz. Vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Verfolgung schrieb die junge Lyrikerin Gedichte, die in ihrer künstlerischen Reife und zeitlosen Ästhetik weit mehr sind, als nur ein Zeugnis der drohenden Vernichtung des osteuropäischen Judentums und seines blühenden kulturellen Lebens.

Die Poesie Selma Meerbaum-Eisingers drückt Sehnsucht, Hoffnung und Lebenswillen aus, was ihrem Werk eine immerwährende Gültigkeit und zeitübergreifende Aktualität verleiht. In reiner, klarer, eindringlicher Sprache erzählen die Gedichte von den Gefühlen und Träumen eines jungen Mädchens an der Schwelle des Erwachsenwerdens und über das zarte Glück der ersten Liebe. Die Ehrfurcht vor der Schönheit und lebendigen Kraft der Natur sind genauso Thema wie die Allgegenwärtigkeit von Tod und Trauer.

Trotz ihres sehnsuchtsvollen Grundtenors sind die Gedichte mehr als die schwärmerische Liebeslyrik eines jungen, lebensfrohen Mädchens, mehr als Nachahmungen der Naturdichtung ihrer romantischen Vorbilder Rilke, Heine und Tagore und mehr als eine Dokumentation der Vernichtung jüdischen Lebens in der Bukowina.

Das Werk Meerbaum-Eisingers verdankt seine Faszination der Spannung zwischen mädchenhaft-jugendlicher und gesellschaftlich-historischer Thematik, seiner Bandbreite von Motiven und Bildern sowie der Eigenständigkeit in seiner formalen Umsetzung und Ästhetik. So spricht Rose Ausländer selbst über die Lyrik ihrer Dichterkollegin von „Weltliteratur, die die Welt nicht kennt“.

http://www.selma.tv/

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