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Ich bemerkte den Verlust erst, als es zu spät war.
Ein Großteil meiner Zeit war weg.
Gestohlen, und die Diebe über alle Berge.

Was tun? Rechtliche Maßnahmen ergreifen?
Zivilrechtliche? Strafrechtliche?
Einen Detektiv mit der Wiederbeschaffung beauftragen?

Was hatten die Zeitdiebe mit meiner Zeit wohl vor?
Kam sie auf ein Zeitkonto, um Zeitgewinne zu erzielen?
Gab es eine Zeitbörse, gab es Zeitaktien, Zeitfonds?
Verschacherte ein Hehler meine Zeit schon an Interessenten mit Zeitmangel?
Wartete ein Zeitdealer schon im Stadtpark auf Zeitsüchtige?
Hatten die Diebe im Auftrag eines reichen Sammlers gehandelt, der gestohlene Zeit in einem Safe einschloss, um immer wieder ein Stück davon herauszuholen und ungestört zu genießen?
Waren die Diebe Mitglieder einer Zeitmafia und hatten meine Zeit schon bei ihrem Paten abgeliefert?
Vielleicht sollte ich die Suche nach der gestohlenen Zeit besser unterlassen.

Es läutete. Ich öffnete die Tür. Vor mir stand Ella.
Sie sagte, sie hätte etwas Zeit für mich übrig.
Ich bat sie herein und teilte die mitgebrachte Zeit mit ihr.
Die Zeit mit ihr zu teilen empfand ich nicht als Verlust, im Gegenteil.
Ich schlug ihr vor, mit übriger Zeit immer zu mir zu kommen.
Sie war einverstanden.
Die Aussicht, die verlorene Zeit in Raten zurück erhalten, machte mich zufrieden.
Allemal besser, als sich in Auseinandersetzungen mit Mafiabanden einzulassen.

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