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Ohne Zeit

Gestern habe ich die Zeit totgeschlagen

und sie unter großem Jubel begraben.

Nun schwebt sie umher in der Ewigkeit,

von ihrem krankhaften Zwang befreit.

So mancher ist jetzt auch für uns dahin.

Ich glaub‘, man nennt das klassisch: Win-Win.

Auch scheint heute jeder mehr für sich,

ich sehe das und schäme mich:

Was hab‘ ich getan? War’s nicht klar,

dass sowas in der Art zu erwarten war?

Kaum jemand kommt mit sich zurecht,

frei und nicht mehr der Zeit ein Knecht.

Den meisten tut das Grübeln nicht gut,

die verdrängte Scheiße kommt wie die Flut.

Vorgestern hielt die Zeit sie in Fesseln,

sie treibt eben vorwärts, hilft so zu vergessen.

Drum fleh‘ ich: „Zeit, komm‘ bitte wieder!

Sie suchen die Schuld, sie finden den Mörder.

Nie wieder werde ich dich totschlagen

und dich auch nicht nochmal hinterfragen.“

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