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Vergangenheit

Oft denkt man an die alte Zeit
und an die Vergangenheit.
Gewiß, es geht uns heute gut.
Wir haben nichts zu klagen.
Deshalb halt ich’s für angebracht,
von früher was zu sagen.
Es gab noch kein elektrisch Licht,
kein Radio gab’s, kein Fern’sehn nicht.
Man kannte noch kein Wohlstandsleben.
Autos hat’s noch nicht gegeben.

Ab und zu war große Not,
nur auf Marken gab es Brot.
Heut‘ hat jeder satt zu essen,
für Vergang’nes kaum Interesse.
Man schlief im Bett auf Haferstroh,
macht‘ oft Bekanntschaften mit dem Floh.
Bei Wind und Wetter mußt‘ man raus;
das WC stand meist hinterm Haus.
Geht heute man Problemen nach,
kommt manches Alte an den Tag.

Es liegt mir wirklich meilenfern,
aufs Neue jetzt zu hetzen.
Doch ab und zu muß man sich mal
in jene Zeit versetzen.
Sauber war noch die Natur,
Luft und Wasser, Wald und Flur.
Heil war damals noch die Welt.
Heut‘ geht’s nur ums große Geld.
Zufriedenheit war großgeschrieben.
Wo ist diese Zeit geblieben?

Es hat sich geändert.
Fast jeder Mensch stöhnt.
Wir sind durch den Wohlstand
jetzt alle verwöhnt…
Es war einmal … Es ist vorbei.
Die Uhr läuft nicht zurück.
Zwei Kriege und die Jugendzeit,
mit Leid und Freud‘ und Glück…
Doch eins möcht‘ ich noch kurz erwähnen,
war heute tut uns allen fehlen:

Es fehlt uns die Bescheidenheit …
und Zeit … für mehr Besinnlichkeit.

Karl Jung, Westerburg

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