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Innentöne

Die dunklen Winternächte sind die Zeit des Jahres,

in der die leisen Stimmen unserer Seele vernehmbar werden.

Die Sinnesorgane greifen ins Leere und tasten in uns nach Halt.

 

Schwingungen, die sonst verborgen bleiben

verdichten sich zu Ahnungen,

die der Tag sonst unerkannt verwischt.

Feine Strukturen werden sichtbar,

die im Sonnenlicht unkenntlich bleiben.

 

Ferne Töne wehen herauf und verbinden sich zu fremden Melodien.

Schattenhaft flackert Unerkanntes auf.

 

Ohne solche Stunden kann keiner das wahre Sein

von dem ihn umgaukelnden Schein trennen.

 

Nur in der Dunkelheit kann man Leises sehen.

One Response to “Innentöne”

  1. nachtigall sagt:

    Wenn das Leise
    im Dunkeln klingt,
    sind es Klangoktaven
    die im Licht des Mondes
    über die Hügel steigen,
    als wären sie Wellen
    eines zugefrorenen Sees
    im Ufer eines Ohres.

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