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Tagebucheintrag:

Ich habe furchtbaren Hunger. Seit ich vor ein paar Tagen damit angefangen habe mit einem Bären um das Essen zu verhandeln, was vorwiegend aus Mäusen und Ungeziefer bestand, kämpfte ich stark meinen gesunden Menschenverstand zu behalten und merkte, daß ich bereits ein Teil der Wildnis geworden war. Von meinen tapferen Mitstreitern, die zum Überleben aller beihalfen, waren nur noch drei am Leben, den Rest hatten die harten gefährlichen Umstände ins Grab gezwungen. Der dunkle Wald hat uns verschluckt. Entkommen: Zwecklos, wer es versuchte endete als Leiche. Zu lange in Einsamkeit, ohne menschlichen Umgang, formt jene die es wagen zu wildernden Bestien, sie werden eins mit dem Wald.
Nachts hält uns das Geheul der Wölfe wach – wer weiß, ob sich nicht die verlorene Seele eines ehemaligen Kamerads unter dem Wolfsrudel verirrt hat. Vom rechten Lebensweg abgewichen, fühlt er sich unter Brüdern, seinen Artgenossen. Jeden Abend werfen wir einen Knochen, stammend von der letzten Mahlzeit, ins Feuer, um an jene Brüder, deren Lebenspfad in der Wildnis sein Ende fand und auch an alle anderen gefallenen Brüder zu gedenken. Danach gehen wir auf die Jagd, würde uns ein Mensch über den Weg laufen, wir nähmen keine Rücksicht ihn in unser Lager zu schleppen und zu verspeisen. Ja, das ist ein Kampf ums Überleben! Zu lange sind wir schon in diesem Wald eingeschlossen, um den Umgang mit normalen Menschen zu hegen. Ein Blick auf uns genügt, um durch die trostlosen, erschöpften Augen unseren verwirrten Geist zu erkennen.
Manchmal frage ich mich, was uns noch von den rauen Wildschweinen, die Nachts Nahrung suchend die Gegend durchstreifen, unterscheidet…

Fortsetzung folgt!

Simon Wolfer, 14 J.

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