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Hallo Baum

 

 

Hallo Baum, ich steh`vor dir,

viele Fragen mich durchwandern.

Standest einst als kleiner Trieb

Unscheinbar unter den andern.

 

Hast gebraucht viel Kraft im Dasein

um so zu werden, wie du bist,

trug`st früher zarte Zweiglein-

heut ein mächtiges Geäst.

 

Die Erde gab dir Halt zu stehen,

der Regen löschte deinen Durst.

Der Sonne Strahlen dich belebten,

Sauerstoff nahmst aus der Luft.

 

Standest sicher einmal einsam,

klein, versteckt und unscheinbar,

hattest Angst vor Menschenfüssen

und kleinem Tier sogar.

 

Die Kraft der Äste willst du zeigen,

wenn zärtlich sie im Wind sich neigen.

Nur ein Sturm, mit viel Gewalt

Bricht deinen Zweig, egal wie alt.

 

Möchte so viel wissen von dem Leben,

wie viel Jahr dir sind gegeben,

was du alles hast ertagen-

oh Gott, ich hätt so viele Fragen!

 

Wie ist`s als Baby dir ergangen,

als plötzlich deiner Blätter Gün

im Herbste sich verfärbten

und dann noch von dir fiel`n?

 

Wie Schnee und Eis mit Kälte

Sich legten fest auf deine Zweig`,

die Frühlingssonne Frost verdrängte,

und dich zum Treiben macht bereit.

 

Will nicht nur blind im Wald spazieren,

möchte`jeden Baum seh`n, jeden Strauch,

„Hallo Baum“, möchte ich dir sagen,

umarmen dich, weil ich dich brauch!

 

 

Das Grün von deinen Blättern

Mein Aug`erleuchten lässt,

 wenn ihr nicht mehr am Leben,

auch stirbt der Welten Rest.

 

Kann sein, du kommst ins Sägewerk,

gestorben durch der Menschen Hände,

entrindet, zersägt und getrocknet-

dekorierst als Möbelstück die Wände.

 

Auch das ist eins der Dinge,

tief berühr`n meiner Seele Traum-

wünsch dir noch viele Jahresringe,

ich mag dich,“Hallo Baum“!                                      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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