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Jahresendlich

Ein letztes Mal, in diesem faltenreichen Jahr,
kriecht mir die kalte Nebelluft in meinen Mantel,
setzt sich in den Gedanken fest, in Stoff und Geist.
Doch dann zerreißt – mit einem Schlag – das stille Warten.

Der Nachtwind dreht (das Stundenglas),
der Sand verrinnt,
bis der Sekundenzeiger diesen Kreis durchbricht,
kurz steht, und in den tiefgefurchten Runden,
statt Rückwärts nun nach vorne geht.

Und als mein Heimweg mich vorbei am Industriegelände führt,
folgt mir noch einmal dieses Rauschen,
aus den längst stillgelegten Schloten,
das mir dein Lächeln – flockengleich und weich –
durch meine Adern treibt,
zum schwefelgelben Himmel steigt,
und (endlich) schweigt.

© Simone Keil 2008

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